Mit OpenLaszlo Flash Programmieren
Eigentlich wurde ich bisher mit Flash nicht richtig warm. Klar das eine oder andere Tutorial macht man mal, doch die Programmieroberfläche ist mir irgendwie zu unstrukturiert. Ich brauche eben Ordnung und Ordner um eine schnelle Übersicht zu bekommen und notfalls auch über alle Inhalte suchen zu können.
OpenLaszlo allerdings hat meine Meinung über Flash etwas geändert. Wer sich mit AJAX Techniken, PHP und Javascript beschäftigt, weiss wie aufwendig es ist schönes interaktives HTML zu rendern. Aus diesem Grund habe ich auch mit RubyonRails angefangen, da es den Programmieraufwand erheblich reduziert. Über einen Rails Plugin stieß ich auf OpenLaszlo und Raju Bitter zeigte mir am vergangenen Webmontag in Köln wo diese Software Ihre Stärken hat.
Doch genug von dem Geplänkel was kann bzw. ist OpenLaszlo?
OpenLaszlo erlaubt dem Programmierer mit einem XML Markup und Javascript Flash-Benutzeroberflächen zu schreiben. Diese werden dann serverseitig "live" verarbeitet oder als Flashfilm (swf) kompiliert. Das Ergebniss ist eine Oberflächendynamik wie man sie nur fast nur im Flash hat aber mit einem lesbaren Quelltext. Die LaszloScripte werden ausschliesslich über XML Daten gefüttert und haben selber nur eine "reduzierte" Intelligenz. Das Generieren der XML Daten muss extern mit anderen Sprachen gelöst werden. Hier kann man sich seiner Lieblingssprache bedienen. Lazlo kann die Daten dann z.B. aus Textdateien oder per http Request importieren. Der Server läuft unter Tomcat. Es gibt eine OneKlick Install Version mit welcher sich im Nu loslegen lässt.
Ich habe heute zum Einstieg einen rudimentären Flash RSS Feed Reader erstellt, welcher die Feeddaten von einem PHP Skript bezieht. Am längsten dauerte dabei das Bereitstellen des richtigen XML Formates. Dazu benutze ich die SimplePie RSS Klasse zum Parsen des Feeds und generiere dann eine gesäuberte XML Datei. Zum Glück konnte ich die komplette Funktion aus dem RSS Widget übernehmen und so etwas Zeit sparen. Das OpenLaszlo Script hat lediglich 10 Zeilen. Das Ergebniss ist eine alleinstehende swf – Flashdatei die sich überall einsetzten lässt.
Das SWF sollte im externen Player geöffnet werden und ist nur als Test zu sehen(wenn ich die Zeit finde gibt es ein ausführliches Tutorial):
reader.lzx.zip (10.07.2006 01:16)
Genau das ist eine der Stärken dieser Technik. Man muss sich nicht um den Browserkrieg kümmern und das Programm läuft auf jeder Plattform. Natürlich hat Flash den gravierenden Nachteil sich nicht für SEO zu eignen, deswegen sehe ich den Einsatz auch eher in Bereichen wie Backoffices, Webtops oder Widgets.
Doch halt der Laszlo-Server kann nicht nur Flash. Es gibt auch die Möglichkeit die Benutzeroberfläche in DHTML / AJAX zu generieren. Das ist zwar noch nicht 100% ausgereift, da z.Z. nur Firefox 1.5 unterstützt wird, doch der DOJO Toolkit leistet schon ganze Arbeit. Auf der Laszlo Demoseite sieht man den Vergleich. Es ist durchaus denkbar das in Zukunft noch mehr Ausgabesprachen unterstützt werden.
Alles in allem bin ich froh das Raju mir diese Sprache näher gebracht hat und ich endlich auch bunte bewegte Flashfilme erstellen kann ohne mich über die Macromedia IDE zu ärgern.

